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Bollinger Bands®

Bollinger Bänder (BB) funktionieren ähnlich wie Envelopes. Der Unterschied zu den Envelopes (eine Hüllkurve), die einen konstanten Abstand (in %) von einem gleitenden Durchschnitt haben, berechnet sich der Abstand der Bollinger Bänder aus der Standardabweichung der jeweiligen Bar. Die Standardabweichung ist ein Maß für die Volatilität, die Bollinger Bänder passen sich daher den Marktbedingungen an. Wenn die Volatilität zunimmt, weiten sich die Bänder, und sie ziehen sich wieder in weniger volatilen Perioden zusammen.

Bollinger Bänder werden normalerweise auf dem Preischart gezeichnet, können aber auch auf einen Indikator angewendet werden. Genau wie bei den Envelopes folgt die Interpretation der Bollinger Bänder so, dass der Preis normalerweise innerhalb der beiden Grenzlinien bleibt. Eine wichtige Eigenschaft der Bollinger Bänder ist die durch die Volatilität des Preises hervorgerufene veränderliche Weite. In Zeiten heftiger Marktbewegungen (also hohe Volatilität) weiten sich die Bänder aus, um dem Preis mehr Raum zu geben. In den Phasen geringer Volatilität, ziehen sich die Bänder zusammen, enger um die Preise.

Die folgenden Eigenschaften sind typisch für die Bollinger Bänder:

  1. Plötzliche Preisänderungen passieren häufig nach der durch die gesunkene Volatilität entstandenen Verengung;
  2. Wenn die Preise eines der Bänder kreuzen, ist eine Fortsetzung des Trends möglich;
  3. Wenn auf Hochs oder Tiefs außerhalb der Bänder Hoch und Tiefs folgen, die innerhalb der Bänder liegen, ist eine Trendumkehr möglich;
  4. Eine Preisbewegung, die an der einen Seite der Bänder startete, erreicht in der Regel auch die andere Seite.

Die letzte Eigenschaft ist nützlich, um Preis vorherzusehen.

Bollinger Bänder

Berechnung

Die Bollinger Bänder werden durch drei Linien gebildet. Die mittlere Linie (ML) ist ein normaler gleitender Durchschnitt.

ML = SUM (CLOSE, N) / N = SMA (CLOSE, N)

Die obere Linie (top line, TL) wird im Abstand von einer bestimmten Anzahl von Standardabweichungen (D) über dem gleitenden Durchschnitt gezeichnet.

TL = ML + (D * StdDev)

Die untere Linie (BL) wird im Abstand von einer bestimmten Anzahl von Standardabweichungen (D) unter dem gleitenden Durchschnitt gezeichnet.

BL = ML - (D * StdDev)

Wobei:

SUM (..., N) – Summe über N Bars;
CLOSE – Schlusskurs;
N – Anzahl der Bars für die Berechnung;
SMA – einfacher gleitender Durchschnitt;
SQRT – Quadratwurzel;
StdDev – Standardabweichung:

StdDev = SQRT (SUM ((CLOSE – SMA (CLOSE, N))^2, N)/N)

Es wird empfohlen einen SMA mit einer Periodenlänge von 20 zu nutzen und die beiden anderen Linien zwei Standardabweichungen entfernt zu zeichnen. Gleitende Durchschnitte mit einer Periodenlänge kleiner 10 haben kaum einen Einfluss.